Projekte

PRO­ven­tion

Religion und Extremis­mus sind manchmal auf den ersten Blick nicht so einfach zu unterscheiden. Wir helfen Ihnen!

PROvention

Präventions- und Beratungs­stelle gegen religiös begründeten Extremismus

PROvention hilft.

PROvention ist die Präventions- und Beratungsstelle gegen religiös begründeten Extremismus in Schleswig-Holstein. Seit April 2015 arbeiten wir unter der Trägerschaft der TGS-H am Aufbau von landesweiten Strukturen zur Prävention von religiös begründetem Extremismus. Wir bilden Multiplikator_innen fort und beraten Angehörige, Jugend- und Sozialarbeiter_innen, sowie Schulen und Geflüchtetenunterkünfte, in deren Umfeld sich junge Menschen zu radikalisieren drohen oder in der salafistischen Szene aktiv sind. Unsere Teammitglieder besitzen unterschiedliche Ausbildungs-, Studien- und Sprachkompetenzen, so dass Erfahrungen und Wissen aus Pädagogik, systemischer Beratung, Mediation, Psychologie, Sozial-, Gesellschafts- und Islamwissenschaft gebündelt werden und auf Ihre Anfragen individuell und lösungsorientiert eingegangen werden kann.

Prävention ist wichtig.

PROvention arbeitet in allen Bereichen der Prävention von religiös begründetem Extremismus in unserem Bundesland. Aufklärung und Sensibilisierung zu Erscheinungsformen des religiös begründeten Extremismus liegen uns dabei genauso am Herzen wie der Abbau von Ängsten vor der Religion des Islam in der Öffentlichkeit.

In diesem Rahmen bietet unser Team Ihnen ein breites und kostenfreies Angebot an themenbezogenen Veranstaltungsmöglichkeiten:

  • mehrfach im Jahr Fachtagungen
  • auf Anfrage Vorträge
  • auf Anfrage Fort- und Weiterbildungen von Lehrkräften, Sozialarbeiter_innen, Geflüchtetenhilfe und anderen Sozialraumakteur_innen
  • auf Anfrage Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen
  • Unterstützung regionaler Projekte, Initiativen und Behörden

Lassen Sie sich beraten.

Befürchten Sie, dass sich jemand aus Ihrem Umfeld extremistischem Gedankengut zuwenden könnte? Oder wollen Sie sogar selbst aus der islamistischen oder salafistischen Szene aussteigen?

Dann sind wir der verlässliche Partner an Ihrer Seite. Gemeinsam besprechen wir Ihre persönliche Situation und erarbeiten zusammen Handlungsansätze, um mögliche Radikalisierungsprozesse zu unterbrechen und den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Dabei geht es vor allem um Vertrauen, Kommunikation und stabile Bindungen, sowie um die Entwicklung von sozialen und beruflichen Perspektiven der Betroffenen.

Wir bieten:

  • vertrauliche und kostenlose Beratung
  • telefonische Beratung (auf Wunsch auch anonym)
  • aufsuchende Beratung vor Ort in ganz Schleswig-Holstein
  • individuelle Gespräche, lösungsorientiertes Arbeiten und systemische Beratung
  • Beratung in deutscher, englischer, türkischer, persischer und arabischer Sprache
  • Vermittlung von weiteren bedarfsgerechten Hilfs- und Unterstützungsangeboten

Kontakt

Sie erreichen uns von Montag bis Freitag zwischen 10 und  17 Uhr unter folgender Telefonnummer: 0431 – 73 94 926.
Gerne können Sie uns auch außerhalb unserer Sprechzeiten eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter hinterlassen. Wir rufen Sie dann zeitnah zurück. Oder schicken Sie uns eine E-Mail an provention@tgsh.de.

Sollten Sie uns nicht erreichen, wenden Sie sich bitte an unsere Kolleg_innen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Diese erreichen Sie telefonisch unter: +49 911 / 943 43 43.

Gemeinsam sind wir stark.

Das gilt insbesondere, wenn es darum geht, extremistischen Positionen entgegenzutreten und Betroffenen eine Alternative jenseits von einem Schwarz-Weiß-Denken zu ermöglichen. Darum legen wir großen Wert auf landes- und bundesweite Vernetzung mit Gremien, Institutionen und sonstigen zivilgesellschaftlichen Akteur_innen und arbeiten intensiv am Aufbau eines landesweiten Präventionsnetzwerkes.

Um die Beratungsarbeit von PROvention wissenschaftlich abzusichern und Trends und Entwicklungen im Phänomenbereich zu analysieren und für handelnde Akteur_innen nutzbar zu machen, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Im sich schnell entwickelnde Wissensgebiet zur Radikalisierung und Radikalisierungsprävention im Bereich des religiös begründeten Extremismus ist eine kontinuierliche, wissenschaftliche und interdisziplinäre Aufbereitung der Entwicklungen wertvoll und notwendig. Ein Austausch von Wissenschaft und Praxis ist dabei von zentraler Bedeutung. Im Zuge dessen wurde im Rahmen des Nationalen Präventionsprogramms gegen islamistischen Extremismus (NPP) ein Teilprojekt des BAMF Forschungszentrums aufgebaut. Wissenschaftliche Mitarbeitende (WiMis) werden bei zivilgesellschaftlichen oder behördlichen Kooperationspartner_innen eingesetzt, die in der aktiven Beratungsarbeit tätig sind. Auf diese Weise werden Trends und Entwicklungen im Phänomenbereich analysiert. Erkenntnisse über Präventions- und praktische Deradikalisierungsarbeit, über Ursachen und Verläufe von individuellen und kollektiven Radikalisierungsprozessen können so aufgearbeitet und für die handelnden Akteur_innen nutzbar gemacht werden. Die WiMi-Stelle trägt dazu bei, die Beratungsarbeit bei PROvention wissenschaftlich abzusichern und weiter zu professionalisieren.

Die wissenschaftliche Begleitung vor Ort unterstützt PROvention durch eigene praxisorientierte Forschung sowie das Aufarbeiten der Forschungsergebnisse anderer. Der Schwerpunkt liegt auf den aktuellen Entwicklungen der islamistischen und salafistischen Szene(n) vor Ort und den Inhalten und Diskursen im Online-Bereich. Dabei beschäftigt sie sich mit den Methoden und Strategien der „legalistisch-islamistischen“ Gruppierungen in Deutschland und ihrer Bedeutung für die Beratungspraxis. Ein weiterer Fokus liegt auf der Erforschung von geschlechterspezifischen Rollen, Strategien und Ansätzen für die Ausstiegsarbeit.

PROvention wird finanziert durch das Landesdemokratiezentrum beim Landespräventionsrat Schleswig-Holstein.