Angebote

Fort­bildungen

FÜR FACH­KRÄFTE

Zum Themenfeld Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus bieten wir verschiedene Vorträge und Fortbildungen für Multiplikator*innen an, die in den Bereichen Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Arbeit, beim Jugendamt, in Vereinen oder in der Migrations- und Geflüchtetenhilfe aktiv sind. Die Seminare richten sich sowohl an Hauptamtliche als auch an Ehrenamtliche, gerne stimmen wir die Veranstaltungen zeitlich und inhaltlich mit Ihnen ab. Sämtliche Fortbildungen und Vorträge können grundsätzlich online oder in Präsenz in ganz Schleswig-Holstein durchgeführt werden, sofern die aktuelle Situation dies zulässt.

Die Inhalte der untenstehenden Fortbildungen wurden mittlerweile auch für Online-Formate aufbereitet. Wenn Sie eine Fortbildung als Online-Veranstaltung buchen möchten, kontaktieren Sie uns gerne.

veranstaltungen.provention@tgsh.de

Die Dauer und die inhaltlichen Schwerpunkte der einzelnen Fortbildungen sind flexibel und können bei Bedarf auf Ihre Bedürfnisse angepasst werden.

Treten Sie diesbezüglich gerne telefonisch (0431 – 73 94 926) oder per E-Mail mit uns in Kontakt.

Kinder in islamistisch und salafistisch geprägten Familien

Die Teilnehmenden lernen die Kernmerkmale einer islamistisch bzw. salafistisch geprägten Erziehung kennen. Sie erarbeiten typische Risiko- wie auch Schutzfaktoren, die sich für Kinder ergeben können, die in stark ideologisierten Kontexten aufwachsen. Auf Basis der rechtlichen Verortung von Kindeswohlgefährdung wird erörtert, inwiefern sich in solchen Kontexten typische Gefährdungslagen ergeben können und wie zu verfahren ist. Ergänzend werden mögliche Haltungs- und Handlungstipps erarbeitet, welche die Zugänge zu Familien bzw. Eltern aus dem islamistisch bzw. salafistisch geprägten Spektrum erleichtern können.

Ein weiteres Ziel ist es, die eigene Handlungssicherheit in religiös herausfordernden Konfliktsituationen zu fördern. Durch Rückgriff auf Erkenntnisse der Resilienzforschung wird ein Schwerpunkt auf die Stärkung der Kinder gelegt. Neben einer Einführung in dieses Thema werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt sowie Raum geboten, diese zu reflektieren.

Salafismus und Radikalisierung

In diesem Seminar wird sich mit religiös begründetem Extremismus und Radikalisierungsprozessen auseinandergesetzt. Vermittelt werden die Abgrenzung zwischen der Religion des Islams und der politischen Ideologie des Islamismus sowie zentrale Merkmale von gängiger salafistischer Propaganda. Außerdem werden Methoden und pädagogische Ansätze besprochen, um das Thema z. B. in der Schule, in Jugendgruppen oder im sonstigen beruflichen Umfeld dekonstruieren zu können und Radikalisierungstendenzen bei Jugendlichen erkennen zu können. In konkreten Fallbeispielen wird schließlich eine praxisnahe Übertragung der erlernten Grundlagen in Handlungsstrategien für den Alltag erarbeitet.

 

Verschwörungstheorien im Islamismus

Gerade in der aktuellen Situation sind Verschwörungstheorien allgegenwärtig, aber auch schon zuvor spielten diese in unserer Gesellschaft keine zu unterschätzende Rolle. Laut der aktuellen Mitte-Studie glaubt jede zweite Person an eine Art von Verschwörungsmythos. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir auch in islamistischen und salafistischen Gruppierungen auf unterschiedliche Verschwörungstheorien treffen.

In diesem Seminar wollen wir uns mit der Frage auseinandersetzen, wie Verschwörungstheorien aufgebaut sind, was sie so attraktiv macht, welche Elemente verschwörungstheoretischen Glaubens wir in islamistischen Spektren vorfinden und wie man letzten Endes auch damit umgehen kann, wenn man mit solchen Erzählungen konfrontiert wird.

Islamisierter Antisemitismus unter Jugendlichen – erkennen und begegnen

Spätestens seit dem Angriff von Arabisch sprechenden Jugendlichen auf zwei Kippa tragende Männer in Berlin ist der Antisemitismus wieder in den öffentlichen Fokus gerückt. Antisemitismus ist ein Phänomen, das sich als Mobbing oder rassistisch-religiöse Diskriminierung ausdrückt. Ziele dieser Fortbildung sind eine breite Wissensvermittlung zum Thema und die gemeinsame Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten. Nach einer Einführung in die jüdische Religion und jüdisches Leben in Deutschland wird auf die Ursprünge sowie Facetten des Antisemitismus eingegangen. Anhand der Analyse von antisemitischer Propaganda werden alte und neue Erscheinungsformen von Antisemitismus diskutiert. Außerdem beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der Beziehung zwischen Judentum und Islam. Sie sollen für islamisierte antijüdische Ressentiments sensibilisiert werden. Die Fortbildung wird durch thematische Inputs, Gruppenarbeiten und Übungen mit Video- und Bildmaterial vielseitig gestaltet.

Türkischer Ultranationalismus in Deutschland

Die Fortbildung hat das Ziel wissenschaftsbasierte Informationen zu vermitteln, Herausforderungen der Teilnehmenden in ihren jeweiligen Berufsfeldern in Zusammenhang mit türkischem Ultranationalismus zu reflektieren und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Es handelt sich hierbei um ein interaktives Format, das einen ersten Einstieg in die Thematik ermöglichen und Anknüpfungspunkte für eine tiefergehende weitere Beschäftigung mit dem Thema liefern soll. Je nach Berufsausübung und Interesse der Teilnehmenden variiert der thematische Schwerpunkt.

Nichtsdestotrotz folgen die Fortbildungen einem einheitlichen roten Faden, der je nach Bedarf flexibel ergänzt werden kann. Nach einem ersten Kennenlernen der Ideologie, der dahinterstehenden Historie, der Strukturen und Zahlen der hiesigen Szene sowie der oft benutzten Symbole folgt eine tiefergehende Auseinandersetzung mit einem vorher festgelegten Schwerpunkt. Beispiele hierfür sind „türkische Migrationsgeschichte in Deutschland“, „ultranationalistische Ideologie in der Musikszene“, „Anziehungskraft der Szene (speziell für Jugendliche/junge Erwachsene)“, „Jugendszene“, „rockerähnliche Gruppierungen“, „Herausforderungen im Berufsalltag“ sowie „Erarbeiten von Handlungsoptionen“.

Kinder durch Resilienzübungen stärken – Gefährdungslagen erkennen

Diese Fortbildung gibt einen breiten Überblick über die verschiedenen Merkmale einer salafistisch bzw. islamistisch  geprägten Erziehung. Mit Hilfe von szenetypischen Narrativen werden typische Risiko- wie auch Schutzfaktoren erarbeitet, die sich für Kinder ergeben können, die in stark ideologisierten Kontexten aufwachsen. Darauf aufbauend werden mögliche Gefährdungslagen für Kinder erarbeitet und diskutiert, welche Schritte bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung notwendig sind.

Da Kinder, die in extremistisch geprägten Kontexten aufwachsen, mitunter spezifischen Herausforderungen gegenüberstehen, empfiehlt es sich, die Kinder mit Hilfe von gezielten Übungen zur Resilienzförderung praktisch zu unterstützen. Die Teilnehmenden erhalten eine Einführung ins Thema Resilienz und bekommen diverse Übungen an die Hand, wie sie Kinder im pädagogischen Alltag in ihrer Widerstandskraft stärken können.

Die Fortbildung wird in Kooperation zwischen PROvention und der Fachstelle Liberi – Aufwachsen in salafistisch geprägten Familien durchgeführt.

 

Alle unsere Angebote sind für Sie kostenfrei und werden durch den Landeshaushalt Schleswig-Holstein finanziert. Es ist daher nicht zulässig, unsere Fortbildungen für Teilnehmende kostenpflichtig zu vermarkten.

Zur Buchung einer Fortbildung können Sie uns einfach unter 0431 – 73 94 926 anrufen oder per E-Mail an veranstaltung.provention@tgsh.de kontaktieren. Gerne können Sie auch unser Formular ausfüllen und per E-Mail zusenden.

Fortbildungen zu islamistischem Extremismus im Kontext Justiz:

In den Fortbildungen der Projekte Kick-off und PROvention werden interkulturelle Kompetenzen gestärkt sowie Kenntnisse zu Ideologien und Radikalisierungsprozessen vermittelt. Die Teilnehmenden werden befähigt, entsprechende Anzeichen zu erkennen und durch ihr Handeln die Umkehrung von Radikalisierungsprozessen zu unterstützen. Auf diese Weise wird die Handlungssicherheit gefestigt.

 

Abrufveranstaltung:

„Mit mir hat niemand geredet“ – ins Gespräch kommen über menschenverachtende Positionen in der Schule

Mit diesem Angebot, das als Schulentwicklungstag oder schulinterne Fortbildung gebucht werden kann, möchten wir Sie dabei unterstützen, auch dann mit Ihren Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen, wenn die Meinungen und Positionen, die sie vertreten, nicht mit Ihren ethischen und politischen Vorstellungen übereinstimmen – mehr noch, wenn Sie bestimmte Haltungen und Äußerungen empören oder verstören.
Die hier vorgeschlagene Struktur für einen Tag ist ein Vorschlag, der auf die spezifischen Bedarfe der Schule zugeschnitten werden kann.

Detaillierte Informationen: Flyer Schulentwicklungstag (Abrufveranstaltung)

Diese Abrufveranstaltung ist kostenpflichtig.
Eine Finanzierung kann über das den Schulen zur Verfügung stehende Schulbudget erfolgen.
Antragsformular auf der Seite des IQSH.