Angebote

Fort­bildungen

FÜR FACH­KRÄFTE

Bildung und Aufklärung sind zentrale Bestandteile unserer Arbeit, denen wir uns in den verschiedensten Formen widmen.

Öffentliche Vorträge und Tagungen, Fort- und Weiterbildungen und die direkte Arbeit mit Jugendlichen sind feste Bestandteile der Projekte der Radikalisierungsprävention, ebenso wie Beiträge zum Arbeitsfeld in Wissenschaft und Medien. Hier finden Sie nähere Informationen zu unseren Fortbildungsangeboten.

Fortbildungen für Lehrkräfte

Weil wir davon überzeugt sind, dass Radikalisierungsprozesse als gesamtgesellschaftliche Phänomene zu betrachten sind, wollen wir mit unserem Wissen und unserer Erfahrung breite Gesellschaftsschichten erreichen. Dies gelingt am besten über den Bildungsbereich. In diesen Fortbildungen wird den Mitarbeiter_innen von sozialen Einrichtungen und Schulen Wissen zu den Themenfeldern Islam in Deutschland, Radikalisierung, Türkischer Ultranationalismus und religiös begründeter Extremismus weitervermitteln. In diesem Rahmen arbeiten wir daher eng mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) zusammen. Unsere Weiterbildung richtet sich an Lehrkräfte, die in Ihrer täglichen Arbeit mit den Herausforderungen des interkulturellen und interreligiösen Zusammenlebens konfrontiert sind.

Fortbildungen für Bedienstete im Kontext Justiz

In den Fortbildungen von Kick-off werden interkulturelle Kompetenzen gestärkt sowie Kenntnisse zu Ideologien und Radikalisierungsprozessen vermittelt. Die Teilnehmenden werden befähigt, entsprechende Anzeichen zu erkennen und durch ihr Handeln die Umkehrung von Radikalisierungsprozessen zu unterstützen. Auf diese Weise wird die Handlungssicherheit gefestigt.

Es finden jeweils getrennte Fortbildungen für die Phänomenbereiche Islamismus (TGS-H) und Rechtsextremismus (KAST) statt. Im Phänomenbereich Islamismus werden die Fortbildungen gemeinsam mit PROvention durchgeführt.

Fortbildungen für Sozialraumakteur_innen

Die Radikalisierungsprävention bietet auch Weiterbildungen für verschiedene Sozialraumakteur_innen an, die sich über das Themenfeld informieren möchten oder auch schon Anknüpfungspunkte in ihrer Praxis erfahren haben. Diese Fortbildungen können bei Wunsch auf die konkrete Bedarfs- und Interessenslage zugeschnitten werden.

Sozialraumakteur_innen können z.B. sein: Kinder- und Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Jugendamt, Vereine, Geflüchtetenhilfe u.a.

 

 

Um einen Überblick über unser generelles Angebot zu bekommen werden nachfolgend verschiedene Fortbildungskonzepte aufgeführt:

Die Inhalte der untenstehenden Fortbildungen wurden mittlerweile auch für Online-Formate aufbereitet. Wenn Sie eine Fortbildung als Online-Veranstaltung buchen möchten, kontaktieren Sie uns gerne.

veranstaltungen.provention@tgsh.de

Zur Buchung einer Fort- oder Weiterbildung bitte das Anfrageformular verwenden und uns per Mail schicken.

Salafismus und Radikalisierung (7 Stunden)

In der eintägigen Fortbildung wird sich vertieft mit dem Thema auseinandergesetzt. Zusätzlich können die Religion des Islam (in Abgrenzung zur politischen Ideologie des Islamismus) sowie die Analyse von gängigen salafistischen Narrativen und entsprechender Propaganda behandelt werden. Es werden Methoden und pädagogische Ansätze besprochen, um das Thema in Jugendgruppen und im Unterricht dekonstruieren zu können und Jugendliche für solche Ansprachen zu sensibilisieren. Zudem wird in Gruppenarbeiten ein genauer Blick auf reale Lebens- und Radikalisierungsverläufe junger Menschen geworfen und die Sicht auf das verfügbare Hilfesystem erweitert.

Grundlagen-Fortbildung Salafismus und Radikalisierung (5 Stunden inkl. Pausen)

In dieser Fortbildung werden Kenntnisse zu verschiedenen Ausprägungen des Salafismus vermittelt und der Frage nachgegangen, wieso das Phänomen so attraktiv speziell für Jugendliche ist. Es wird die Entwicklung des Salafismus in Schleswig-Holstein und Deutschland behandelt. In interaktiven und abwechslungsreichen Übungen wird zudem vermittelt, welche Anzeichen bei einer Radikalisierung auftreten können und wie man mit sich radikalisierenden Personen in Kontakt treten und bleiben kann.

Islam, Islamfeindlichkeit, Salafismus und Radikalisierung (2 Tage à 7 Stunden)

Diese Fortbildung möchte den Kenntnisstand der Teilnehmenden auf ein breiteres Fundament stellen. Am ersten Veranstaltungstag wird vorwiegend auf die Religion des Islam, muslimisches Leben in Deutschland sowie Islamfeindlichkeit eingegangen. Dabei wird die wichtige Unterscheidung zwischen Islam als Religion und  Islamismus als politische Ideologie hervorgehoben. Am zweiten Tag werden Radikalisierungsprozesse, Salafismus und salafistische Propaganda behandelt (siehe eintägige Fortbildung).

Kinder in islamistisch und salafistisch geprägten Familien (7 Stunden)

Die Teilnehmenden lernen die Kernmerkmale einer islamistisch bzw. salafistisch geprägten Erziehung kennen. Sie erarbeiten typische Risiko- wie auch Schutzfaktoren, die sich für Kinder ergeben können, die in stark ideologisierten Kontexten aufwachsen. Auf Basis der rechtlichen Verortung von Kindeswohlgefährdung wird erörtert, inwiefern sich in solchen Kontexten typische Gefährdungslagen ergeben können und wie zu verfahren ist. Ergänzend werden mögliche Haltungs- und Handlungstipps erarbeitet, welche die Zugänge zu Familien bzw. Eltern aus dem islamistisch bzw. salafistisch geprägten Spektrum erleichtern können.

Ein weiteres Ziel ist es, die eigene Handlungssicherheit in religiös herausfordernden Konfliktsituationen zu fördern. Durch Rückgriff auf Erkenntnisse der Resilienzforschung wird ein Schwerpunkt auf die Stärkung der Kinder gelegt. Neben einer Einführung in dieses Thema werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt sowie Raum geboten, diese zu reflektieren.

Islamisierter Antisemitismus unter Jugendlichen – erkennen und begegnen (5 Stunden)

Spätestens seit dem Angriff von Arabisch sprechenden Jugendlichen auf zwei Kippa tragende Männer in Berlin ist der Antisemitismus wieder in den öffentlichen Fokus gerückt. Antisemitismus ist ein Phänomen, das sich als Mobbing oder rassistisch-religiöse Diskriminierung ausdrückt. Ziele dieser Fortbildung sind eine breite Wissensvermittlung zum Thema und die gemeinsame Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten. Nach einer Einführung in die jüdische Religion und jüdisches Leben in Deutschland wird auf die Ursprünge sowie Facetten des Antisemitismus eingegangen. Anhand der Analyse von antisemitischer Propaganda werden alte und neue Erscheinungsformen von Antisemitismus diskutiert. Außerdem beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der Beziehung zwischen Judentum und Islam. Sie sollen für islamisierte antijüdische Ressentiments sensibilisiert werden. Die Fortbildung wird durch thematische Inputs, Gruppenarbeiten und Übungen mit Video- und Bildmaterial vielseitig gestaltet.

Türkischer Ultranationalismus in Deutschland (je nach Bedarf 4-6 Stunden)

Die Fortbildung hat das Ziel wissenschaftsbasierte Informationen zu vermitteln, Herausforderungen der Teilnehmenden in ihren jeweiligen Berufsfeldern in Zusammenhang mit türkischem Ultranationalismus zu reflektieren und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Es handelt sich hierbei um ein interaktives Format, das einen ersten Einstieg in die Thematik ermöglichen und Anknüpfungspunkte für eine tiefergehende weitere Beschäftigung mit dem Thema liefern soll. Je nach Berufsausübung und Interesse der Teilnehmenden variiert der thematische Schwerpunkt.

Nichtsdestotrotz folgen die Fortbildungen einem einheitlichen roten Faden, der je nach Bedarf flexibel ergänzt werden kann. Nach einem ersten Kennenlernen der Ideologie, der dahinterstehenden Historie, der Strukturen und Zahlen der hiesigen Szene sowie der oft benutzten Symbole folgt eine tiefergehende Auseinandersetzung mit einem vorher festgelegten Schwerpunkt. Beispiele hierfür sind „türkische Migrationsgeschichte in Deutschland“, „ultranationalistische Ideologie in der Musikszene“, „Anziehungskraft der Szene (speziell für Jugendliche/junge Erwachsene)“, „Jugendszene“, „rockerähnliche Gruppierungen“, „Herausforderungen im Berufsalltag“ sowie „Erarbeiten von Handlungsoptionen“.

Alle unsere Angebote sind für Sie kostenfrei und werden über die Projektmittel abgedeckt.

Zur Buchung einer Fortbildung bitte das Fortbildungs-Anfrageformular herunterladen, digital ausfüllen und per Mail an provention@tgsh.de schicken.

Wenn Sie die Fortbildung „Türkischer Ultranationalismus in Deutschland“ buchen möchten, stellen Sie ihre Anfrage bitte direkt per Mail an diyalog@tgsh.de. Nennen Sie hier gerne Ihren gewünschten Schwerpunkt und geben Sie uns Informationen über den fachlichen Hintergrund der Teilnehmenden. Wir setzen uns schnellstmöglich mit Ihnen in Verbidnung

PROvention und diyalog werden durch den Landeshaushalt Schleswig-Holstein finanziert. Es ist nicht zulässig, unsere Fortbildungen für Teilnehmende kostenpflichtig zu vermarkten.

Bei weiteren Fragen können Sie sich jederzeit per Telefon unter der Nummer 0431 – 73 94 926 oder per Mail an uns wenden.

Die Justizfortbildungen können nicht bei uns gebucht werden, sondern werden über das Innenministerium organisert. Bei Fragen rufen Sie uns aber gerne unter der Telefonnummer 0431 – 12 81 13 82 an.

Abrufveranstaltung:

„Mit mir hat niemand geredet“ – ins Gespräch kommen über menschenverachtende Positionen in der Schule

Mit diesem Angebot, das als Schulentwicklungstag oder schulinterne Fortbildung gebucht werden kann, möchten wir Sie dabei unterstützen, auch dann mit Ihren Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen, wenn die Meinungen und Positionen, die sie vertreten, nicht mit Ihren ethischen und politischen Vorstellungen übereinstimmen – mehr noch, wenn Sie bestimmte Haltungen und Äußerungen empören oder verstören.
Die hier vorgeschlagene Struktur für einen Tag ist ein Vorschlag, der auf die spezifischen Bedarfe der Schule zugeschnitten werden kann.

Detaillierte Informationen: Flyer Schulentwicklungstag (Abrufveranstaltung)

Diese Abrufveranstaltung ist kostenpflichtig.
Eine Finanzierung kann über das den Schulen zur Verfügung stehende Schulbudget erfolgen.
Antragsformular auf der Seite des IQSH.