Ziele und Maßnahmen

PROvention ist die erste Anlaufstelle in Schleswig-Holstein für:

• Angehörige von durch Radikalisierungstendenzen Betroffene (Familienangehörige, Freund(e)_innen, Lehrer_innen etc.)
• Ausstiegswillige aus der religiös begründeten extremistischen Szene

Folgende Ziele stehen dabei im Mittelpunkt unseres gemeinsamen Handelns:

• Die Situation richtig einschätzen
Glaube oder Extremismus? Eine Frage, die vor allem Unsicherheit stiftet. Denn Religiosität und religiös begründeter Extremismus sind manchmal nur schwer voneinander zu unterscheiden. Wir unterscheiden deutlich zwischen gelebter Religiosität und extremistischen Ideen mit schwarz-weißen Weltbildern.

• Den Kontakt halten oder wieder aufbauen
Oft isolieren sich Menschen in extremistischen Kreisen Stück für Stück von ihren Familien und ihrem alten sozialen Umfeld und widmen sich ganz ihren neuen Freunden aus der salafistischen Szene. Bricht der Kontakt erst einmal ab, wird es zunehmend schwer für Angehörige und Berater_innen, die Personen zu erreichen. Wir geben Ihnen daher Tipps, wie der Kontakt gehalten werden kann.

• Gemeinsam Perspektiven entwickeln
Wir entwickeln zusammen mit Ihnen Perspektiven für ein Leben jenseits der extremistischen Szene. Das kann die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes oder Ansprechpartners für religiöse Fragen sein. Auch die (Wieder-)Eingliederung in neue oder vor der Radikalisierung bestehende soziale Netze gibt Aussteiger(n)_innen den nötigen Halt, um sich langfristig zu lösen.

• Ausreise in Kampfgebiete verhindern
Wenn Menschen in Kampfgebiete wie zum Beispiel Syrien, Libyen, Afghanistan, Tschetschenien, oder Somalia ausreisen, bleiben Angehörige und Freund(e)_innen ratlos zurück. Oberstes Ziel bei bestehenden Ausreiseplänen ist es darum, die Ausreise in Krisenregionen notfalls unter Einbindung von Sicherheitsbehörden zu verhindern.

• Rückkehrer wiedereingliedern
Nicht von jedem Rückkehrer_in geht eine Gefahr aus. Häufig kehren die Menschen desillusioniert und traumatisiert aus den Kampfgebieten zurück und fühlen sich verlassener als zuvor. Auch hier gilt es, ihnen eine Perspektive für die Zukunft aufzuzeigen, um sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Wir hören Ihnen zu und unterstützen Sie, solange Sie uns brauchen. Schenken Sie uns Ihr Vertrauen.