Fort- & Weiterbildungen

Fortbildungen für Lehrer_innen

Weil wir davon überzeugt sind, dass Radikalisierungsprozesse als gesamtgesellschaftliche Phänomene zu betrachten sind, wollen wir mit unserem Wissen und unserer Erfahrung breite Gesellschaftsschichten erreichen. Dies gelingt am besten über den Bildungsbereich. In Lehrerfortbildungen zu den Themenfeldern Islam in Deutschland, Radikalisierung und religiös begründeter Extremismus auch an Mitarbeiter_innen von sozialen Einrichtungen und Schulen weitervermitteln. Im Rahmen dieser Fortbildungen arbeiten wir daher eng mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) zusammen. Unsere Weiterbildung richtet sich an Lehrkräfte, die in Ihrer täglichen Arbeit mit den Herausforderungen des interkulturellen und interreligiösen Zusammenlebens konfrontiert sind und mehr über das Phänomen „Salafismus“ und den Umgang mit eben diesem erfahren möchten.

 

Fortbildungen für Sozialraumakteur_innen

Neben Fortbildungen im Rahmen des IQSH an Schulen bietet PROvention auch Weiterbildungen für verschiedene Sozialraumakteur_innen an, die sich über das Themenfeld informieren möchten oder auch schon Anknüpfungspunkte in ihrer Praxis erfahren haben. Diese Fortbildungen können bei Wunsch auf die konkrete Bedarfs- und Interessenslage zugeschnitten werden. Um einen Überblick über unser generelles Angebot zu bekommen werden nachfolgend verschiedene Fortbildungskonzepte aufgeführt:

 

NEU:  „Kinder in islamistisch und salafistisch geprägten Familien“ (vier Stunden oder sieben Stunden)

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter_innen und Sozialraumakteur_innen.

Die Teilnehmenden lernen die Kernmerkmale einer islamistisch bzw. salafistisch geprägten Erziehung kennen. Sie erarbeiten typische Risiko- wie auch Schutzfaktoren, die sich für Kinder ergeben können, die in stark ideologisierten Kontexten aufwachsen. Auf Basis der rechtlichen Verortung von Kindeswohlgefährdung wird erörtert, inwiefern sich in solchen Kontexten typische Gefährdungslagen ergeben können und wie zu verfahren ist. Ergänzend werden mögliche Haltungs- und Handlungstipps erarbeitet, welche die Zugänge zu Familien bzw. Eltern aus dem islamistisch bzw. salafistisch geprägten Spektrum erleichtern können.

Ein weiteres Ziel ist es, die eigene Handlungssicherheit in religiös herausfordernden Konfliktsituationen zu fördern. Durch Rückgriff auf Erkenntnisse der Resilienzforschung wird ein Schwerpunkt auf die Stärkung der Kinder gelegt. Neben einer Einführung in dieses Thema werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt sowie Raum geboten, diese zu reflektieren.

Termine in Kiel: 16.10.2019 und 24.10.2019 von 10-17 Uhr (alternativ auch ein eigener Termin für Ihre Einrichtung buchbar; wir führen alle Veranstaltungen in ganz Schleswig-Holstein durch)

Anmeldung: 0431 – 73 94 926 oder provention@tgsh.de

 

NEU: „Islamisierter Antisemitismus unter Jugendlichen – erkennen und begegnen“ (fünf Stunden)

Die Fortbildung ist sowohl für pädagogisches Fachpersonal als auch die interessierte Allgemeinheit gerichtet. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Sie findet dieses Jahr an zwei Terminen im Rahmen der Anne-Frank-Ausstellung statt: https://www.politische-bildung.sh/annefrank

Spätestens seit dem Angriff von Arabisch sprechenden Jugendlichen auf zwei Kippa tragende Männer in Berlin ist der Antisemitismus wieder in den öffentlichen Fokus gerückt. Antisemitismus ist ein Phänomen, das sich als Mobbing oder rassistisch-religiöse Diskriminierung ausdrückt. Ziele dieser Fortbildung sind eine breite Wissensvermittlung zum Thema und die gemeinsame Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten. Nach einer Einführung in die jüdische Religion und jüdisches Leben in Deutschland wird auf die Ursprünge sowie Facetten des Antisemitismus eingegangen. Anhand der Analyse von antisemitischer Propaganda werden alte und neue Erscheinungsformen von Antisemitismus diskutiert. Außerdem beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Beziehung zwischen Judentum und Islam. Sie sollen für islamisierte antijüdische Ressentiments sensibilisiert werden. Die Fortbildung wird durch thematische Inputs, Gruppenarbeiten und Übungen mit Video- und Bildmaterial vielseitig gestaltet.

Termine in Kiel: 29.08.2019 und 19.09.2019 von 12-17 Uhr (alternativ auch ein eigener Termin für Ihre Einrichtung buchbar; wir führen alle Veranstaltungen in ganz Schleswig-Holstein durch)

Anmeldung: 0431 – 73 94 926 oder provention@tgsh.de

 

Grundlagen-Fortbildung „Salafismus und Radikalisierung“ (fünf Stunden inkl. Pausen)

In dieser Fortbildung werden Kenntnisse zu verschiedenen Ausprägungen des Salafismus und dessen Attraktivität speziell für Jugendliche vermittelt. Auch wird die aktuelle Situation des Salafismus in Schleswig-Holstein und Deutschland behandelt. In interaktiven und abwechslungsreichen Übungen wird zudem vermittelt, welche Anzeichen bei einer Radikalisierung auftreten können, warum sich junge Menschen radikalisieren und wie man mit diesen in Kontakt treten und bleiben kann.

 

Eintägige Fortbildung „Salafismus und Radikalisierung“ (sieben Stunden)

In der eintägigen Fortbildung wird sich vertieft mit dem Thema auseinandergesetzt. Zusätzlich können die Religion des Islam (in Abgrenzung zur politischen Ideologie des Islamismus) sowie die Analyse von gängigen salafistischen Narrativen und entsprechender Propaganda behandelt werden. Es werden Methoden und pädagogische Ansätze besprochen, um das Thema in Jugendgruppen und im Unterricht dekonstruieren zu können und Jugendliche für solche Ansprachen zu sensibilisieren. Zudem wird in Gruppenarbeiten ein genauer Blick auf reale Lebens- und Radikalisierungsverläufe junger Menschen geworfen und die Sicht auf das verfügbare Hilfesystem erweitert.

 

Zweitägige Fortbildung „Islam, Islamfeindlichkeit, Salafismus und Radikalisierung“ (pro Tag sieben Stunden)

Diese Fortbildung möchte den Kenntnisstand der Teilnehmenden auf ein breiteres Fundament stellen. Am ersten Veranstaltungstag wird vorwiegend auf die Religion des Islam, muslimisches Leben in Deutschland sowie Islamfeindlichkeit eingegangen. Dabei wird die wichtige Unterscheidung zwischen Islam als Religion und  Islamismus als politische Ideologie hervorgehoben. Am zweiten Tag werden Radikalisierungsprozesse, Salafismus und salafistische Propaganda behandelt (siehe eintägige Fortbildung).

 

Alle unsere Angebote sind für Sie kostenfrei und werden über die Projektmittel abgedeckt. PROvention wird durch den Landeshaushalt Schleswig-Holstein finanziert. Es ist nicht zulässig, unsere Fortbildungen für Teilnehmende kostenpflichtig zu vermarkten!

Zur Buchung einer Fortbildung bitte das Fortbildungs-Anfrageformular herunterladen, digital ausfüllen und per E-Mail an provention@tgsh.de schicken.

Bei weiteren Fragen können Sie sich jederzeit per Telefon unter der Nummer 0431 – 73 94 926 oder per Mail an uns wenden.

 

Abrufveranstaltung:

„Mit mir hat niemand geredet“ – ins Gespräch kommen über menschenverachtende Positionen in der Schule

Mit diesem Angebot, das als Schulentwicklungstag oder schulinterne Fortbildung gebucht werden kann, möchten wir Sie dabei unterstützen, auch dann mit Ihren Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen, wenn die Meinungen und Positionen, die sie vertreten, nicht mit Ihren ethischen und politischen Vorstellungen übereinstimmen – mehr noch, wenn Sie bestimmte Haltungen und Äußerungen empören oder verstören.
Die hier vorgeschlagene Struktur für einen Tag ist ein Vorschlag, der auf die spezifischen Bedarfe der Schule zugeschnitten werden kann.

Detaillierte Informationen: Flyer Schulentwicklungstag (Abrufveranstaltung)

Diese Abrufveranstaltung ist kostenpflichtig.
Eine Finanzierung kann über das den Schulen zur Verfügung stehende Schulbudget erfolgen.
Antragsformular auf der Seite des IQSH.